Notizverwaltung mit Synchronisierung (Android/Linux) OHNE Dropbox, Evernote und Co

Dienste für die Verwaltung und Synchronisierung von Notizen gibt es wie Sand am Meer.

Ich halte bekanntlich nicht viel von diesen Diensten, da ich nicht weiss was mit meinen Daten geschieht, bzw. noch schlimmer: manchmal weiss man es sogar sehr genau…

Wie man eine „eigene“ Notizverwaltung hinbekommt inklusiver der Synchronisierung über mehrere Geräte möchte ich in diesem Artikel beschreiben.

Einleitend möchte ich erwähnen, dass für mich eine Notizverwaltung nichts weiter ist, als eine Sammlung von Textdateien in denen ich mir Anleitungen, Gedanken, Ideen, etc… niederschreibe. In dem von mir beschriebenen Vorgehen würden zwar auch Bilder, Tondateien usw. nicht stören, allerdings beschränke ich mich auf die erwähnten Textdateien.

Fangen wir erstmal lokal auf unserem Rechner an.
Ich habe einfach einen Ordner mit Textdateien. Nennen wir den Ordner einfach „Notizen“. Innerhalb des Ordners befinden sich weitere Ordner welche jeweils eine Kategorie abbilden sollen.

Beispiel:

– Notizen
– Android
– Linux
– Blog
– etc…

Nun benötigt man noch ein wenig Webspace. Ich für meinen Teil verwende meine eigene Owncloud Installation.
Entweder man mountet sich den Webspace direkt ins Filesystem, oder nutzt den Owncloud Sync Client, welcher unter Linux sehr gut funktioniert.

Für Dropbox Anhänger kann natürlich auch der Dropbox Client, bzw. die Dropbox Synchronisierung verwendet werden.

Somit hat man die Desktop Variante für die Notizverwaltung bereits erledigt.

Mir persönlich kommen allerdings meistens die Ideen wenn ich gerade mal nicht vor dem Rechner sitze. Also wäre es doch ideal seine Gedanken über sein Android Handy oder Smartphone auch unterwegs erfassen zu können und diese später am Rechner weiterzubearbeiten.

Um die Synchronisierung auch über seine Mobilgeräte auszuweiten gibt es auch recht einfache Lösungen.

Auf meinem Android Gerät habe ich ebenfalls einen Ordner „Notizen“. Diesen synchroniesiere ich, genauso wie an meinem Desktop, mit meiner
Owncloud Installation. Die eigene Owncloud Installation muss auch nicht zwingend im großen weiten Netz stehen. Da wir hier von Textdateien reden und diese
nur ein paar kb groß sind, reicht auch die Owncloud Installation auf eurem NAS.
Um euren Ordner zu synchronisieren gibt es mehrere Wege.
Wenn ihr eure Owncloud nutzt, könnt ihr den entsprechenende Client aus dem Play Store verwenden. Dieser hat allerdings den Nachteil, dass man keine
Ordner synchronisieren kann, sondern lediglich Dateien. Über diesen Weg müsstet ihr dann jede Notizdatei einzeln für die Synchronisierung markieren.

Ich persönlich bevorzuge da eher die App FolderSync aus dem Play Store. Diese App ist speziell, wie der Name schon sagt, für die Synchronisierung von Ordnern gemacht. Der Sync funkioniert gegen alle großen Dienste wie Dropbox, Amazon, Google Drive, usw… Man kann aber auch einfach über Webdav seine Owncloud einbinden. Man erzeugt dafür ein Ordnerpaar. „Lokaler Ordner Notizen“ und „Owncloud Ordner Notizen“. Die Synchronisierung kann zeitlich gesteuert laufen, manuell oder aber auch wenn sich lokal Dateien geändert haben. Ich nutze die Kombination aus zeitlicher Steuerung und Synchronisierung bei Änderung einer Notizdatei.

Hiermit sind wir nun soweit, dass wir die Notizdateien synchronisiert auf unserem Desktop, Webdav Server und Android Gerät haben.

Was jetzt nur noch fehlt ist eine vernünftige App um die Notizen auf dem Smartphone zu verwalten.

Und auch hier gibt es eine wunderbare App, welche sogar kostenlos ist.

Papyrus Ex

Papyrus Ex ist eigentlich „nur“ ein Texteditor, welcher genau für den beschriebenen Usecase gemacht wurde. In der Konfiguration der App stellt man den Ordner mit seinen
Notizdateien ein. Über die App kann durch die Ordner navigiert werden, oder aber auch die Volltextsuche genutzt werden um Notizen wiederzufinden. URLs in Textdateien
können als Link dargestellt werden. Notizen werden als Textdatei gespeichert, wobei der Name aus der ersten Zeile der Notiz gebildet wird. Was ich ebenfalls klasse
finde ist die Möglichkeit Dinge aus anderen Apps an Papyrus Ex weiterzuleiten. Seien es Mails, Links oder Artikel aus eurem RSS Reader.

Für mich ist diese Kombination die perfekte, schnörkellose Notizverwaltung. Vor allem ist die Lösung leicht realisiert, ohne dass meine seine Daten an Dienste
wie Dropbox oder Evernote weitergeben muss.

 

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Notizverwaltung auf eigenem Server (ähnlich Evernote)

Heute mal weniger eine Anleitung, sondern mehr ein Vorschlag, falls jemand auf der Suche nach einer Notizverwaltung sein sollte, welche nicht bei fremdgehosteten Diensten laufen soll.

Früher hatte ich meine Notizen bei Evernote liegen. Grundsätzlich ein sehr guter Dienst. Es gibt Clients für Android, Windows (Linux glaube ich nicht) oder halt den Webclient. Man kann seine Notizen verwalten, mit Kategorien versehen oder auch Anhänge hochladen wie Bilder, Soundclips, Skizzen, etc… Allerdings, wie so oft, liegen die Daten mal wieder nicht auf einem eigenen Server, sondern halt bei Evernote. Für die meisten User stellt das kein Problem dar, für mich allerdings schon. Also habe ich Evernote den Rücken zugekehrt und mich auf die Suche nach einem anderen Dienst begeben.

Leider habe ich keinen adäquaten Ersatz gefunden, sodass ich eine Zeit lang meine Notizen über einen Mail Account verwaltet habe… Anstatt Kategorien habe ich mir Ordner angelegt und wenn mir etwas durch den Kopf ging, ich etwas intererssantes gelesen habe oder was auch immer… habe ich mir halt eine Mail geschickt… Die Lösung ist natürlich auch nicht das Gelbe vom Ei…

Nun gut… da ich nicts gefunden habe was für eine Notizverwaltung vorgesehen war, musste ich etwas anderes dafür missbrauchen. 😉

Was ich nun schon sehr lange nutze und absolut zufrieden damit bin ist einfach ein Blogsystem als Notizverwaltung zu missbrauchen. WordPress ist mir zu gewaltig für diese Aufgabe. Als Alternative zu WordPress bietet sich

Serendipity

an.

Schwierig auszusprechen, aber in der Installation und Konfiguration recht einfach.

Ich habe einen Blog, welcher nur für mich bestimmt ist (mindestens Sicherung durch .htaccess) und Konfiguration, dass der Blog nicht in Suchmaschinen auftauchen soll.

Innerhalb des Blogs kann man Kategorien anlegen. Man kann Soudclips, Grafiken, Fotos, Texte, etc… hochladen. Zu bedienen ist der Blog entweder über das Webinterface (einen Browser hat wohl jeder ;-)) oder über den Android WordPress Client. Leider finde ich im Moment den Link nicht mehr was dafür zu tun ist, aber man kann Serendipity Blogs auch über den Android WP Client mit Content füttern. Aber auch ohne Client geht das Hinzufügen sehr schnell und einfach. Denn auch Serendipity bietet die Möglichkeit Einträge per Mail hinzuzufügen.

Im großen und ganzen fehlt mir eigentlich nicht ein einziges Feature welches Evernote zu bieten hat und ich nicht mit Serendipity abdecken kann.

Serendipity bieten für jede Kategorie einen eigenen RSS Feed, sodass man seine Notizen ggf. auch in seinem RSS Reader lesen kann.

Diese Konstrukt kann auch als Ersatz für Dienste wie Read It Later und Co. verwendet werden. Findet man einen Artikel im Netz welchen man später in Ruhe lesen will, einfach einen Blogeintrag erstellen (es gibt dafür Firefox Plugins) und später über den RSS Reader lesen.

Für mich reicht der „eigene Dienst“ vollkommen aus und ich habe ein gutes Gefühl, da meine Daten bei mir liegen.

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